| Interview:
Camilo Glober
Was war los bei dem Spiel gegen Nürnberg?
Gute Frage. Uns fehlte die Erfahrung den Vorteil zu
nutzen, dass wir den ersten Satz mit 25 zu 17 gewonnen
haben. Das Hauptziel unserer Taktik war, die Attacken
der Spielerinnen Sabrina Hagenow und Sabine Sagert zu
erschweren. Das Risiko dieser Taktik war jedoch zu groß.
In der Mitte des zweiten Satzes begann plötzlich
eine Serie von Aufschlagfehlern. Wir vergaben 8 Punkte
an Nürnberg. Im dritten und vierten Satz passierten
uns noch mehr Fehler, die die Arbeit unserer Zuspielerin
noch erschwerten. Es gibt nun mal Momente, in denen
nicht die Kraft, sondern die Konzentration und die Coolness
ein Spiel entscheiden.
Wie haben Sie das Spiel gesehen?
Unsere Nerven haben das Spiel entschieden. Unsere Spielerinnen
wollten um jeden Preis gewinnen, und sie machten „Anfängerfehler“,
die in einem Team der Regionalliga eigentlich nicht
passieren sollten. Der VfL benutzte die Taktik, unsere
Außenangreiferinnen, die verantwortlich für
unsere Annahme waren, nach hinten zu zwingen. Und so
wurden unsere Mittelangreiferinnen verlangsamt.
Die Mittelangreiferin Andrea Buschmann bekam nicht viele
Gelegenheiten, ihre effiziente Attacke zu zeigen. Ich
glaube, dass dies einer der Gründe für viele
Fehler der Spielerin war. Unsere Außenangreiferin
war zu nahe an der Antenne und zu weit vom Mittelblock
positioniert, um einen effektiven Block zu ermöglichen.
Dies brachte Unsicherheit in die Abwehr.
Sind Sie sauer auf die Spielerinnen?
Ha, ha,.. Dass ich nicht lache!!! Ein Trainer, der die
Möglichkeit hat, mit einer Mannschaft wie „meiner“
zu arbeiten, hat kein Recht sauer zu sein. Vielmehr
hat er genügend Gründe dafür stolz zu
sein, die Chance bekommen zu haben, so tolle und unterschiedliche
Persönlichkeiten kennen gelernt zu haben (ohne
Übertreibung). Ich war traurig, dass wir ein Spiel
verloren haben, dass wir von unserem Können her
hätten gewinnen können. Es war unser Hauptziel,
alle Spiele der Rückrunde zu gewinnen, und das
haben wir nun fast geschafft.
Im Rückblick, wie war die Saison 2003/2004?
Wir begannen im Mai 2003 mit unserem Training. Zu der
Zeit hatte ich 12 Sportlerinnen, die alle großes
Potenzial zeigten. So zum Beispiel die Spielerin Birgit
Primbs, die der Mannschaft mit ihrer Erfahrung und optimalen
Technik viel Sicherheit gab. Außerdem Andrea Buschmann
(Größe 1,90 m) und Simone Carstensen (Größe
1,87 m), zwei exzellente Spielerinnen im Mittelblock.
Aber es gab auch Probleme, die vor allem im August 2003
begannen.Birgit Primbs hatte Schmerzen im Knie und an
der Achillessehne, Julia Negele ebenfalls an der Achillessehne.
So waren wir gezwungen, unser taktisches Schema zwei
Wochen vor dem ersten Spiel gegen Rottendorf zu ändern.
Dazu kam eine Ironie des Schicksals: Kati Bauer, eine
unserer „Neuentdeckungen“, vergaß
ihren Personalausweis, so dass sie im ersten Spiel nicht
mitspielen durfte. Am 26. Oktober, im Spiel gegen SV
Lohhof, brach sich zudem unser Libero Margit Litschel,
einen Finger, und so fehlte sie uns in den folgenden
eineinhalb Monaten.
Trotz dieser vielen Probleme, konnten wir 5 von 8 Spielen
gewinnen. Im Januar 2004 konnten wir glücklicherweise
wieder mit fast allen Spielerinnen rechnen, und die
Winterpause gab uns Zeit, unsere Spieltaktik neu zu
bilden. Bis heute gewannen wir 6 von 7 Spielen in der
Rückrunde. Wir sind das einzige Team, das aus der
Bayerliga aufgestiegen ist und nun den dritten Platz
in der Tabelle belegt, 6 Punkte vor dem Viertplatzierten.
Die drei weiteren Teams, die in die Liga aufgestiegen
sind, belegen die drei letzten Plätze: SC Memmelsdorf,
DJK Augsburg und Mömlingen.
Das ist Grund genug, dass unsere Mannschaft und Spielerinnen
respektiert werden für das in der Saison 2003/2004
erreichte Ergebnis. Von 16 Spielen in der Liga haben
wir 11 gewonnen, und wir haben immer noch die Chance,
auch das letzte Spiel zu gewinnen. So würden wir
die Saison mit 12 Siegen abschließen, und wären
nur viermal geschlagen worden. Das ist für mich
persönlich einfach wundervoll. .
Wie geht es weiter?
Ich habe viele neue Ideen für das Jahr 2004, aber
bis jetzt ist noch nichts entschieden. Ich habe einen
mündlichen Vertrag mit dem DJK bis Ende März.
Unser sportlicher Leiter, Maximilian Birkelbach, und
weitere Vertreter der Volleyballabteilung des Vereins
werden die Ziele für die nächste Saison noch
festlegen. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen
werden. Die ersten Früchte meiner Arbeit sind gerade
gewachsen. Aber wir haben noch einen weiten Weg vor
uns, und ich bin sicher, dass wir in der nächsten
Saison noch deutlich besser werden.
Ein letztes Wort?
Ich möchte mich bedanken für das Charisma
und die Unterstützung, die ich bekam, insbesondere
bei Simone Carstensen, Andi Kottmeier, Claudia Tichy,
die mich immer in den schwierigsten Stunden motivierten.
Außerdem bei meinem Freund Maximilian Birkelbach,
der immer auf meiner Seite war. Und bei Peter Wahrendorff,
ein „Liebhaber“ des Volleyballs, der alles
Mögliche macht, um die bestmöglichen Bedingungen
für die Mannschaften des DJK München-Ost zu
schaffen. Und natürlich auch bei Barbara,
die hinter meiner Arbeit steht; ohne ihre Hilfe wäre
ich nicht da, wo ich heute stehe.
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